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Ratgeberserie Psychiatrie

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Sammlung der verschiedenen Beiträge der Büwo-Ratgeberserie

Januar 2012 Gute Balance

Januar 2012 Gute Balance finden, Burn-out vermeiden Burn-out muss nicht sein. Es gibt eine Reihe von alltagstauglichen Strategien, um nicht in ein Burn-out zu laufen. Sind die Burn-out-Syndrome bereits stark ausgeprägt, dann helfen ausgebildete Fachleute der PDGR, die Balance wieder zu finden. Eine vom Staatssekretariat für Wirtschaft 2010 publizierte Studie zum Thema Stress zeigt Alarmierendes: 75 Prozent der Berufstätigen fühlen sich am Arbeitsplatz gestresst. Nachgewiesenermassen führen vorab viele Unterbrechungen im Arbeitsablauf, das Arbeiten mit hohem Tempo und Termindruck zu Überlastung und Stress. Aus Stress wiederum entwickeln sich vielfach gesundheitliche Beschwerden mit Folgekosten in Milliardenhöhe. Ein Burn-out ist eine Reaktion auf chronischen Stress. «Burn-out», erklärt Franco Arnold, Fachpsycho - loge für Psychotherapie/Rehabilitationspsycho - logie bei den PDGR, «ist ein Erschöpfungssyndrom. Viele achten nicht auf die Anzeichen emotionaler, geistiger und körperlicher Erschöpfung. Dabei wäre genau das wichtig, um nicht in ein Burn-out zu laufen.» Was tun? Arnold empfiehlt stressgeplagten Menschen, sich Die innere Balance finden, damit Burn-out keine Chance hat. 50

Anlaufstelle PDGR Bei den PDGR ist man spezialisiert auf die Behandlung von Stresserkrankungen. Betroffene wenden sich für erste Abklärungen in der Regel zuerst an den Hausarzt, in Notfällen direkt an die PDGR. Die PDGR führen ambulant (in schweren Fällen stationär) die Therapien durch. So werden neue Lebensqualitäten gefunden. Tel. +41 58 225 25 25 info@pdgr.ch | www.pdgr.ch Dr. phil./MBA Franco Arnold, Fachpsychologe für Psychotherapie/ Rehabilitationspsychologie, hat viel Erfahrung mit Burn-out-Patienten. selbst Fragen zu stellen: Fühle ich mich über- und belastet? Warum mache ich so viele Überstunden? Bin ich zu wenig gut organisiert? Habe ich Versagensängste? Vernachlässige ich wegen dem Job meine eigenen Bedürfnisse? Verschaffe ich mir genügend Pausen zur Erholung? Reagiere ich oft gereizt? Nehme ich Arbeit heim? Bin ich rund um die Uhr erreichbar? Kann ich Nein sagen? Erkenntnisse bringen aber auch Fragen nach dem psychischen und physischen Wohlbefinden: Kann ich mich entspannen? Fühle ich mich erschöpft? Schlafe ich genug? Bewege ich mich? Bin ich glücklich? «Wer lernt, achtsam mit sich, seinen Gefühlen und seinen Bedürfnissen umzugehen, findet die Balance zwischen Stress und Nicht-Stress, zwischen Belastung und Wohlbefinden wieder», weiss Franco Arnold aus langjähriger Erfahrung. Sehr hilfreich dabei sind: tägliches, zügiges Laufen in der Natur während einer halben Stunde; öfter auch in die Weite schauen, abwechslungsreich essen, ausreichend schlafen, Alkohol, Zigaretten und Medikamente (in Absprache mit dem Arzt) einschränken oder ganz vermeiden. Auch Zeitmanagement bringt neue Freiräume und führt zu Stressabbau. «Ganz wichtig ist es zudem, seine eigenen Einstellungen und Gedankengänge zu hinterfragen. Zum Beispiel: Fühle ich mich nur gut, wenn mich andere loben?» Problematische Glaubenssätze wie beispielsweise «wer Fehler macht, zeigt, dass er unfähig ist», so Arnold, verstärken viele Probleme. «Wer lernt, seine Glaubenssätze zu hinterfragen und umzuformulieren, entschärft Stresssituationen.» Neue Glaubenssätze könnten etwa so aussehen: «Auch wenn ich weniger leiste und auch wenn ich Fehler mache, bin ich ein toller Mensch.» Therapieangebote Die PDGR bieten in der Klinik Waldhaus in Chur und in der Klinik Beverin in Cazis Burnout-Therapien an. «Wir arbeiten nach dem Prinzip der ‘viermal E’: Erkennen der eigenen Behandlungsbedürftigkeit, Entlastung (reduzieren und ausschalten von Stress), Erholung (entspannen, bewegen) und Ernüchterung (Perfektionismus und Idealismus begrenzen).» Für Betroffene ist es nicht immer ganz einfach zuzugeben, dass die Belastungsgrenze überschritten wurde, weiss Arnold. «Wir machen daher eine gemeinsame Arbeitsplatzanalyse und reden auch mit den Vorgesetzten über Verbesserungsmöglichkeiten am Arbeitsplatz. Das bringt erstaunlich gute Ergebnisse. Wir beziehen zudem – wenn immer möglich – die Familie mit ein. Mit den Patienten stellen wir gemeinsam auch geeignete Therapien, beispielsweise eine Verhaltens- oder auch eine Bewegungstherapie, individuell zusammen. Ebenfalls bieten wir unterstützend Phytotherapien und Ergotherapien an. Burn-out-Symptome sind behandelbar», so Arnold. «Betroffene finden so zu neuen Lebensqualitäten.» 51

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