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Ratgeberserie Psychiatrie

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Sammlung der verschiedenen Beiträge der Büwo-Ratgeberserie

April 2012 Sexualität

April 2012 Sexualität – keine Lust, zu viel Lust? Sexualität ist ein wichtiges Thema in jeder Partnerschaft. Viele Menschen leiden jedoch aus psychischen Gründen unter sexuellen Störungen. Dagegen kann man mit einfachen Mitteln viel tun. Fachärzte der PDGR sagen, wie man seine Sexualität wieder erfüllt leben kann. 20 bis 30 Prozent der Menschen leiden an funktionellen Sexualstörungen, also an psychisch bedingten Beeinträchtigungen der Sexualität ohne körperliche Ursache, wie die Statistik besagt. «Tatsächlich wirken sich psychische Probleme häufig unmittelbar auf den sexuellen Bereich der Partnerschaft aus», bestätigt Dr. med. Michael Prapotnik, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin der PDGR. Häufig führen andere bestehende psychische Erkrankungen wie Angststörungen, Depressionen oder unbewusste Konflikte, die bis in die Kindheit zurückreichen können, zu sexuellen Störungen. Ein anderes Thema sind Medikamente, die wegen psychischer oder körperlicher Erkrankungen eingenommen werden sollten, jedoch zu sexuellen Nebenwirkungen führen. Stress und Leistungsdruck Die Lustlosigkeit im Bett kennt verschiedene Auslöser: berufliche Belastung (Stress), psychosexuelles Trauma, Partnerprobleme, sexueller Leistungsdruck oder eine körperliche Erkrankung. «Menschen, die wenig selbstsicher sind, hohe Endlich wieder ein erfülltes Sexualleben leben: In Therapien werden Probleme und Störungen aufgelöst. 56

Anlaufstelle PDGR Wirksame Hilfe bieten die Sexualtherapeuten der PDGR. Zu einem Gespräch kann man sich telefonisch anmelden. Tel. +41 58 225 25 25 info@pdgr.ch | www.pdgr.ch Dr. med. Michael Prapotnik, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH der PDGR und Stv. Leitender Arzt. Leistungsansprüche an sich selbst stellen oder negative sexuelle Vorerfahrungen machen mussten, beklagen öfter sexuelle Störungen», sagt Prapotnik. Daraus können sich Versagensängste, sexuelle Aversionen, psychogene Impotenz, Erektionsund Orgasmusstörungen oder sogar Schmerzen beim sexuellen Kontakt entwickeln. Betroffen sind Frauen (bis zu 43 Prozent) genauso wie Männer (bis zu 31 Prozent). Darüber reden Michael Prapotnik: «Da das Thema Sexualität leider oft tabuisiert ist, sprechen die Paare zu wenig oder gar nicht über ihre sexuellen Ängste, Schwierigkeiten und Wünsche. Dabei wären solche Gespräche ein ganz wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer erfüllten Sexualität.» Der PDGR-Facharzt empfiehlt daher, mit einem Vertrauensarzt zu reden. Oder sich im Fall eines belastenden Problems zu einer Therapie bei den PDGR anzumelden. Es lohne sich, über seinen Schatten zu springen, seine Verlegenheit und Scham zu überwinden und therapeutische Hilfe zu suchen. Man könne schliesslich nur gewinnen, findet Prapotnik. Befriedigende Sexualität leben Was braucht es, um Sexualität befriedigend leben zu können? «Sicherlich eine positive Einstellung zur Sexualität und zum eigenen Körper. Auch sollte man seine eigenen Bedürfnisse kennen und darüber mit dem Partner sprechen.» Selbstvertrauen und Selbstwertgefühle spielen hier eine wichtige Schlüsselrolle. Körperliche Gesundheit, Depressionen und Sexualstörungen hängen eng zusammen. Sind Psyche und Körper in Harmonie, kann ein Paar seine Sexualität wieder erfüllt leben. In einer Sexualtherapie werden unter anderem Versagensängste aufgelöst, Ängste und Konflikte bearbeitet, die sexuellen Störungen für die Partnerschaft geklärt und neue und ungestörte sexuelle Verhaltensrepertoires aufgebaut. Häufig erhalten die Paare «Hausaufgaben», durchaus lustvolle, wie etwa «Streichelübungen», um so Körper und Partner ganz neu zu erforschen. Es gibt aber ebenso Anleitungen dazu, wie ein Paar wieder ins Gespräch kommt, wie es über seine Gefühle und Bedürfnisse sprechen lernt. «Zuerst jedoch klären wir ab, ob wir eine Einzeltherapie oder eine Paartherapie machen sollten. Erst danach folgen die Analyse der Probleme und psychotherapeutische Gespräche.» Die PDGR bieten beispielsweise für sexsüchtige Menschen ebenso stationäre Therapien an. «Die Klinik bietet Betroffenen einen geschützten Rahmen. Sie ist ein Ort, an dem der Alltag draussen bleibt und schon allein deshalb neue, andere Verhaltensweisen möglich werden. Wir erarbeiten mit den Patienten gemeinsam neue Strategien, die ihnen helfen, ein neues Leben ohne Sucht zu führen.» 57

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